Listenplatz #3: Claudia Sauer, Dennhausen

Vor 15 Jahren mit meinem Mann aus Kassel zugezogen, freue ich mich heute an jedem Tag, an dem ich aus der Stadt nach Hause komme. Auf der Dennhäuser Straße an der Fulda entlang zu fahren vermittelt mir – vor allem im Sommer – immer ein besonderes Gefühl.

Auftanken, Runterkommen, Entspannen kann ich am besten im Wald. Junges Buchengrün im Frühjahr, dichte dunkelgrüne Laubwalddächer im Sommer und leuchtend gelb und rot gefärbte Blätter oder Nadeln im Herbst. Unsere Wälder sind gleichzeitig Wirtschaftsraum, Lebensraum für zahlreiche Arten und Erholungsraum für den Menschen. Um das für nachfolgende Generationen zu erhalten, ist ein bewusster Waldumbau notwendig. Fichten-Monokulturen, einmal mit gutem Grund angelegt, fallen heute Extremwetterlagen und Borkenkäfern zum Opfer. Große fast vollständig entwaldete Flächen direkt vor unserer Haustür zeugen davon. Eine Wiederaufforstung, die die Chancen für eine größere Biodiversität nutzt und z.B. mit klimaresilienteren Arten stabile Wälder und Alternativen für

die Bewirtschaftung schafft ist notwendig. In jedem Fall eine intensive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, wie den Forstämtern und Waldbesitzern, um unsere Wälder in allen ihren Funktionen für uns und die folgenden Generationen zu erhalten.

Wald, Natur und meine Hunde sind meine Passion – beruflich bin ich seit inzwischen zwanzig Jahren als Diplom-Kauffrau in verschiedenen Bereichen der Mobilitätswirtschaft tätig. In der vielzitierten Verkehrswende sind die Mobilitätsbedürfnisse im ländlichen Raum eine Herausforderung, die „klassische“ ÖPNV-Angeboten nur bedingt erfüllt können. Eine stärkere Nutzung alternativer Verkehrsträger ist wünschenswert, braucht jedoch noch mehr Anreize und ein attraktives Angebot – auch an Infrastruktur. Dafür möchte ich mich ebenso stark machen, wie für den Wald vor unserer Tür.